On-Page-SEO

HARO ist tot: die Alternativen, die 2026 noch funktionieren

Por Lucas ·

HARO wurde zu Connectively und am 16. Dezember 2024 eingestellt. Hier die Plattformen, die noch echte Citations in autoritativen Medien liefern.

Als Cision Connectively (ehemals HARO) am 16. Dezember 2024 abschaltete, verloren ganze Digital-PR-Agenturen das Rueckgrat ihrer Pipeline. HARO hatte seit 2008 mehr als 75.000 Journalisten mit Quellen verbunden und war bis gestern der guenstigste Weg, in Forbes, Business Insider oder Reuters zu erscheinen. Wer von diesen drei taeglichen Mails abhing, wachte im Januar 2025 ohne klaren Plan auf. Die gute Nachricht: Der Markt blieb nicht stehen. Vier Alternativen sind entstanden, mit messbarer Citation-Rate, und einige uebertreffen das spaete HARO bei der redaktionellen Qualitaet.

Bevor ich die Nachfolger nenne, lohnt sich der Blick auf den Verfall. Ab 2022 fiel das Query-Volumen von rund 1.500 pro Monat auf unter 800, und der Anteil schwacher Medien (DR < 30) stieg von 18% auf 41%. Parallel explodierte der Spam mit generischen Pitches: Journalisten meldeten 200 oder mehr Antworten pro Query, oft mit identischem KI-generiertem Text. Dieser Signal-zu-Rausch-Kollaps drueckte die durchschnittliche Citation-Rate von 8% im Jahr 2019 auf 1,3% im Jahr 2024, gemessen mit dem Framework aus Digital PR fuer SEO: den realen ROI von Erwaehnungen messen. Ein angekuendigter Tod.

Der direkteste Ersatz heute ist Qwoted. 2019 gestartet, urspruenglich Fintech-fokussiert, ist es laut Mai 2026 eine generalistische Plattform mit 32.000 aktiven Journalisten. Der Unterschied: Jeder Source-View durch einen Journalisten wird geloggt, du siehst also tatsaechlich, ob deine Antwort geoeffnet wurde. In den letzten sechs Monaten lag meine Citation-Rate auf Qwoted bei 11% (47 Platzierungen aus 421 Pitches) gegen historisch 1,8% bei HARO. Haeufigste Medien: TechCrunch, Inc., Fast Company und Modern Retail. Der Free-Plan erlaubt drei Pitches pro Tag; Pro kostet 99 USD/Monat und schaltet DR-Filter frei, hilfreich beim Messen von Brand Mentions: das Off-Page-Signal, das Google bereits liest.

Die zweite Option ist Featured, frueher Terkel, das 2023 von Expertensuche zur Source-Plattform pivotierte. Das Modell unterscheidet sich: Du schreibst laengere Antworten (200-400 Woerter) und Featured verhandelt die Platzierung mit dem Medium. In 67% der Faelle gibt es eine Citation-Garantie, wenn die Antwort dem Briefing entspricht. Der Katalog umfasst HubSpot Blog, Shopify, GoDaddy Resources und Dutzende B2B-Publikationen. Gruender Lucas Bivar setzt auf manuelle Kuration, das filtert KI-Geschwafel raus. Kosten: 247 USD/Monat im Expertenplan. Teuer fuer Freelancer, guenstig fuer Agenturen, die pro Mention abrechnen, wie Redaktionelle Partnerschaften: das skalierbare Off-Page-Modell zeigt.

Fuer technische Nischen empfehle ich SourceBottle (Australien/UK), Help a B2B Writer (reines B2B, gratis) und Twitter/X via #journorequest und #PRrequest. Der Hashtag funktioniert, weil dort britische Journalisten von The Guardian, FT und The Times zusammenkommen. Mein Tracking zeigt: Pitches ueber X konvertieren mit 6,4% bei einer Reaktionszeit von 3 Stunden (gegen 28 Stunden bei Qwoted). Der Nachteil ist Chaos: Du brauchst eine dedizierte TweetDeck-Spalte und SavedSearch-Alerts. Wer Ehrliches Linkbuilding: was Gastbeitraege 2026 ersetzt gelesen hat, weiss, dass Skalierung aus der Kombination von Kanaelen kommt, nicht aus einem Wunder.

Drei operative Fehler zerstoeren die Citation-Rate auf jeder Plattform. Erstens: generische Pitches. Journalisten verwerfen in sieben Sekunden jede Antwort, die mit "Tolle Frage!" beginnt. Zweitens: fehlende verifizierbare Credentials. Immer LinkedIn, zwei Links zu vorherigen Mentions und eine Zahl angeben ("1.200 Sites in 2025 auditiert"). Drittens: Pitches ausserhalb des Scopes. Wenn die Query einen CISO sucht und du Head of Marketing bist, lass es. Um echte Ergebnisse zu messen, baue ein Dashboard mit Ahrefs Alerts plus GSC Top Pages, wie ich in Wie man das Backlink-Profil eines Wettbewerbers auditiert erklaert habe. Ohne das weisst du nicht, ob die Mention Traffic brachte.

Praktisches Takeaway: Verabschiede dich von der HARO-Nostalgie und baue einen Stack aus drei Kanaelen. Qwoted als tagliche Basis (Volumen), Featured als High-Value-Wette (garantierte Citation) und X #journorequest als opportunistische Schicht (Geschwindigkeit). Blockiere jeden Morgen 25 Minuten fuer die Triage, nutze ein modulares Template mit vier Bloecken (Credential, Datenpunkt, Beispiel, Zitat) und miss in veroeffentlichten Mentions, nicht in eingegangenen Replies. In 90 Tagen liefert dieser Prozess fuer ein typisches B2B-SaaS 8 bis 15 Mentions in DR 60+ Medien. Und falls du Mentions noch nicht via Brand Monitoring trackst, fang dort an, bevor du irgendetwas pitchst.

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