Technisches SEO

On-Page-SEO ohne Vermutungen pruefen: ein datenbasiertes Audit

Por Lucas ·

Ein On-Page-Audit-Framework auf Basis von Search Console, Crawler und Logfiles. Technische Checkliste, keine Mystik.

Jedes On-Page-Audit, das mit 'ich glaube, der Title koennte besser sein' beginnt, sollte mit einer Kuendigung enden. Das Problem ist nicht die Meinung, sondern die fehlende Baseline. Bevor man irgendein Tag anfasst, braucht man drei Dinge: einen Roh-Export aus der Search Console der letzten 16 Monate, einen vollstaendigen Crawl (Screaming Frog oder Sitebulb) und idealerweise eine Logfile-Stichprobe. Ohne das ist jede Empfehlung Raten. In einem aktuellen Audit eines E-Commerce-Shops mit 40.000 URLs stellten wir fest, dass 31% der indexierbaren Seiten in 12 Monaten keinen einzigen organischen Klick erhalten hatten. Solche Zahlen veraendern das Gespraech mit dem Kunden.

Der erste Schnitt teilt Seiten in vier Eimer: gut rankend (Top 10), schlecht rankend (11-30), unsichtbar (31+) und Zombies (keine Impressionen). Jeder Eimer braucht eine andere Operation. Top-10-Seiten werden auf CTR optimiert, meist ueber Title- und Snippet-Tests. Das ist die Feinarbeit, die ich in Title-Tags, die konvertieren: 7 in echten SERPs getestete Muster und Ist die Meta Description noch wichtig? Was die CTR-Daten zeigen beschrieben habe. Zombie-Seiten sind meist Kannibalisierung, Intent-Mismatches oder verfallender Content. Jeder Eimer wird ein eigenes Sheet, priorisiert nach Potenzialtraffic, berechnet als (Monatsvolumen * erwartete CTR pro Position - aktuelle Klicks).

Dann der Crawl. Ich fahre Screaming Frog mit aktiviertem JavaScript-Rendering, angebunden an GSC und GA4 ueber deren APIs. Das liefert in derselben Zeile: Status Code, Tiefe, Wortzahl, Title, H1, Canonical, hreflang, Impressionen, Klicks und Sessions. Strukturfehler werden sofort sichtbar: doppelte Titles, fehlende H1, Canonicals zeigen auf 404, Redirect-Ketten. Bei einem B2B-SaaS-Kunden fanden wir 1.200 Seiten mit selbstreferenzierendem Canonical, gleichzeitig als Prioritaet im Sitemap gelistet und per Meta noindex blockiert. Reines Chaos. Das Detail zaehlt, wie in Canonical Tags: haeufige Fehler, die organischen Traffic ausbluten und Headings H1-H6: die Struktur, die Google wirklich liest besprochen.

Die technische Schicht kommt als Drittes. Hier messen wir echte Core Web Vitals (CrUX, nicht nur Lighthouse), Server-Antwortzeit pro Template, durchschnittliches Bildgewicht und HTML-zu-JS-Verhaeltnis. In einem News-Portal-Audit lag der mobile LCP-Schnitt bei 4,8 s, weil das Hero-Image in 1920px ohne srcset ausgeliefert wurde. Wechsel zu responsivem AVIF, LCP fiel in drei Wochen auf 2,1 s, mit 18% mehr organischen Klicks auf bereits rankenden Seiten. Diese Ursache-Wirkung-Beziehung zeigt sich nur, wenn man vorher und nachher misst. Fuer Bilder konkret siehe Bildoptimierung: Alt-Text, Gewicht und LCP in der Praxis. Wenn JavaScript die Indexierung sabotiert, lohnt ein Blick in JavaScript-SEO: Rendering, Hydration und Indexierung.

Content kommt erst, wenn das Skelett steht. Pro URL beobachte ich drei Metriken: Query Coverage (wie viele eindeutige Keywords sie rankt), Depth Score (Woerter + Headings + abgedeckte Entitaeten gegen die Top-3-Konkurrenz) und einen Dwell-Signal-Proxy (Sessions / Impressionen positionsbereinigt). Seiten mit hoher Query Coverage aber mittelmaessiger Position brauchen Intent-Arbeit, nicht mehr Woerter. Seiten mit guter Position aber schlechter CTR sind Title-Snippet-Faelle. Diese Segmentierung verhindert den klassischen 'alles neu schreiben'-Fehler, der teuer ist und wenig bewegt, das Kernthema von Neuschreiben oder neubauen: Entscheidung anhand von SERP-Daten.

Der letzte Block ist Interlinking und Architektur. Ich nutze den Crawl, um einen Graphen (URL > verlinkte URLs) zu bauen und einen einfachen internen PageRank zu berechnen. Den vergleiche ich mit echtem organischen Traffic: Seiten mit hohem internen PR und niedrigem Traffic sind offensichtliche Chancen, Seiten mit niedrigem internen PR und hohem Traffic werden unterausgenutzt. Im Schnitt bringt das Verschieben von 15-25 kontextuellen Links aus Hubs zu Money Pages 2-4 Positionen in 6 Wochen. Diese Arbeit war die Basis fuer alles in Intelligentes Interlinking: die Karte interner Autoritaet. Abschluss: ein 90-Tage-Plan mit maximal 12 priorisierten Punkten, jeder mit Hypothese, Metrik und Review-Datum. Ein Audit, das als 80-seitiges PDF im Schrank stirbt, ist null wert. Takeaway: Wenn Sie Ihre Befunde nicht in einer Tabelle mit Spalte 'geschaetzter Session-Impact' zusammenfassen koennen, haben Sie nicht auditiert, Sie haben gemeint.

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